Rosenwehr

Was er schrieb wurde von einem langen Schatten überworfen; Über den berghaften Handknöcheln flog ein straffer Kerzenschein, der die Düsternis wie einen Odem zwischen seinen Fingern hervor zu pressen schien. Sein Handrücken von gähnendem Licht bewacht, zuckte unter dem heimlichen Tanz schreiblistiger Glieder. Abtrünnig in verschwärztem Papier sammelten sich kleine Begriffe, die einst gepflanzt, auf ihre schattenüberstrahlende Blüte warteten.

Schwarzer Flamingo Rosenwehr nah
Schwarzer Flamingo Rosenwehr Griff

Eine Träne bloß genügte ihnen, um von schwarz nach weiß Wurzeln zu spreizen. Ein Augenschein alleine reichte, um der Begriffe Knospenkopf dem graudurchwühlten Beet zu entziehen. Nur hinter feuchter Wange könnte der Dornenhalm seinen Blütenkelch entfalten, um sich dort mit leidgeküsstem Tau zu mengen.

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Alexandra Svenja Meyer ist Der Schnabel hinter Projekt & Poesieblog Schwarzer Flamingo und tritt bei Literarités und Poetry Slams auf, um poetische Performance zu nutzen und Menschen mit abstrakter, rästelhafter Poesie vertraut zu machen. Aufgrund ihrer dekonstruktivistischen und hermeneutischen Intentionen, welche sie hinter den rekursiv eingedeuteten Motiven auswachsender Pflanzen und formbehandeltem oder brechendem Glas einfasst, welche jene Motive sich im Ausfächern der Verständnisebenen eines Textes dynamisch verflechten, ist Alexandra auch als ‚Glasvasenpoetin‘ bekannt. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin und der Passion für moderne Poesie ist Alexandra als Cannabis-Patientin und Aktivistin für eine Entstigmatisierung von medizinischem Cannabis und dessen Patient:innen aktiv als Cannabis-Expertin auf Twitter. Für ihr Engagement und die kritische Aufbereitung von Cannabis-Studien wurde sie als Rednerin bei Cannabis-Veranstaltungen eingeladen und ist darüber hinaus politisch aktiv. Ihrem poetischen Schaffen widmet sie, nach eigenen Aussagen, das oben erwähnte Pflanzenmotiv unter der Inspirationsfahne von Cannabis in der Kunst. Aufgrund ihrer Erkrankung sei die Pflanze eine starke Stütze, durch die sie konzentriert in die begrifflichen Spiegelwelten aus gläserner Schreiberei eintauchen könne und von dort aus den Halm bis zur Knospe ihrer Inspiration erklimmt.
Beitrag erstellt 19
4 Gedanken zu „Rosenwehr
    1. Hallo Till,

      ich denke du zielst auf das assoziative bzw. intuitive Schreiben ab? Letztlich könnte man sagen, dass meine Hand mein Schreiben erzieht – siehe dazu meinen Beitrag „Der Feder Pflug“. Auf jeden Fall eine interessante Frage, die dir beim Erleben von „Rosenwehr“ aufkam!

      Mögen die schwarzen Schwingen mit dir sein!

    1. Hallo Rina,

      es freut mich sehr, dass du dem Text eine besondere Botschaft entnehmen konntest. Just der Romantiker dürstet nach den Tränen – und wenn er sie bloß mit dem Stein erschlagen muss.

      Mögen die Schwarzen Schwingen dich begleiten!

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